Der Modehändler Esprit ist ein Musterbeispiel für erstklassigen Service am Kunden. Esprit wurde zu einem der besten österreichischen Onlineshops gewählt und erzielte 2018 einen Umsatz von knapp 755 Millionen Euro.

Und dennoch ist die Zukunft von erfolgreichen Onlinehändlern wie Esprit alles andere als sicher, denn die Kosten für die Logistik sind sehr hoch. Wenn man heutzutage als Onlinehändler nicht schnell eine passende, lukrative Lösung dafür findet, stehen die Chancen nicht allzu gut.

In diesem Artikel erfahren Sie daher alles über die E-Commerce-Logistik und ihren großen Nutzen für Ihren Onlineshop.

E-Commerce-Logistik: wie Sie als Onlineshop die vielseitigen Möglichkeiten optimal nutzen

Eine gute E-Commerce-Logistik entscheidet in vielen Fällen zwischen Gewinn und Verlust aus. Oder anders ausgedrückt: Eine gute E-Commerce-Logistik ist für den Erfolg Ihres Onlineshops unerlässlich.

Wenn die Logistik nicht optimal läuft, erzielen Sie meist auch keine zufriedenstellende Conversion Rate. Vergütungen, Kompromisse und sehr hohe Logistikkosten sind die Folge.

Untersuchungen zeigen, dass die Logistikkosten eines Onlineshops 20 bis 40 % des Umsatzes betragen. Zur E-Commerce-Logistik gehören auch Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie die Kosten für Retouren.

Diese Kosten können nicht an den Verbraucher weitergereicht werden. Der anspruchsvolle (und verwöhnte) Kunde von heute ist nicht bereit, Kosten für Versand oder Retouren zu übernehmen.

Eine Umfrage von PWC zeigt, dass 91 % der Kunden von Onlineshops großen bis sehr großen Wert darauf legt, dass die Lieferung versandkostenfrei erfolgt. Und nur gerade 1 % der Konsumenten beurteilt den Faktor Versandkosten als sehr unwichtig.

Sobald die Versandkosten beim Checkout in Rechnung gestellt werden, bricht der Verbraucher die Bestellung häufig ab und sucht nach einem Webshop, der das gleiche Produkt versandkostenfrei anbietet.

Und die Konkurrenz ist mit einem E-Commerce-Umsatz von 3,8 Milliarden Euro (2018) sehr groß!

Wenn Sie von zu Hause aus beispielsweise einen Onlineshop für Schmuck betreiben, können Sie die E-Commerce-Logistik selbst übernehmen und auf diese Weise die Kosten senken. Aber für Anbieter, die viele Bestellungen pro Woche bearbeiten müssen, ist dies keine Option.

Zudem könnten Sie dann weniger Zeit auf Ihr eigentliches Ziel verwenden, nämlich die Steigerung Ihrer Conversion Rate.

Aber wie können große Onlineshops ihre Logistikkosten so kontrollieren, dass das Geschäft rentabel bleibt? Und wie können Sie als kleiner oder mittelgroßer Onlineshop die Logistik am besten organisieren? Ist Outsourcing das Schlüsselwort oder ist es cleverer, sich selbst um die E-Commerce-Logistik zu kümmern?

Welche Möglichkeiten haben Sie als Onlinehändler?

Welche logistischen Möglichkeiten haben Onlineshops?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Abwicklung der E-Commerce-Logistik Ihres Onlineshops:

  • Dropshipping
  • Fulfillment (E-Fulfillment)
  • Nutzung Ihres eigenen Logistiksystems
  • Vertragsabschluss mit einem Vertriebspartner
  • Verwendung einer automatisierten Logistikplattform

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten der E-Commerce-Logistik für Ihren Onlineshop!

Österreich: Transport einer Palette in der E-Commerce-Logistik

Was bedeutet Dropshipping?

Dropshipping steht für „Direct Shipping“, was so viel wie „Direktversand“ bedeutet. Wenn Sie Ihren Onlineshop über Dropshipping betreiben, bieten Sie Produkte an, die Sie selbst nicht auf Lager haben.

Sobald die Bestellung in Ihrem Onlineshop eingeht, bestellen Sie die entsprechenden Artikel beim Hersteller oder Lieferanten, der diese dann direkt an den Endverbraucher sendet.

Vorteile beim Dropshipping

Dropshipping bietet eine Reihe von Vorteilen: Sie halten selbst keine Lagerbestände vor, müssen keine Produkte ankaufen und daher auch keine Lagergebühren zahlen.

Der Lieferant ist für alle Abläufe und Kosten hinsichtlich Lagerverwaltung, Produktverarbeitung und Versand verantwortlich.

Und das sind genau diejenigen Aspekte, die Ihnen normalerweise sehr kostenintensiv sind. Als Dropshipper reduzieren Sie Ihr eigenes unternehmerisches Risiko und können Ihr Produktangebot schnell und ohne größeren Aufwand ändern oder erweitern.

Ist Dropshipping also die ideale Lösung für jeden Onlinehändler?

Nachteile beim Dropshipping

Aber warum ist dann nicht jeder Onlineshop automatisch ein Dropshipper?

Ganz einfach: weil Dropshipping in der E-Commerce-Logistik auch einige Nachteile mit sich bringt:

  • Starke Konkurrenz
  • Kleine Gewinnmargen
  • Keinen Einfluss auf die Lieferung und das Kauferlebnis des Kunden

Um den Verbraucher zu überzeugen, müssen Onlineshops Produkte zu niedrigen Preisen anbieten. Damit verringert sich die ohnehin schon bescheidene Gewinnspanne noch weiter, denn ein erheblicher Teil geht an den Lieferanten.

Die Gewinnspanne variiert, abhängig vom Produkt, gewöhnlich zwischen 15 bis 40%.

Zudem haben Sie keinen direkten Kontakt zum Kunden und können das Kundenerlebnis folglich nicht beeinflussen. Auch auf die Lieferung und deren Geschwindigkeit haben Sie keinerlei Einfluss.

Was genau ist E-Fulfillment?

E-Fulfillment beinhaltet den gesamten Prozess der Auftragsabwicklung in Ihrem Onlineshop. Von der Lagerung und Verwaltung der Lagerbestände, über die Bearbeitung der Bestellungen und die Kommissionierung bis zur Abwicklung des Versands der Waren an Ihre Kunden, einschließlich der Retouren.

Beim E-Fulfillment werden Logistikdienstleister für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Logistikprozesses eines Onlineshops beauftragt. Die Logistikdienstleister verfügen über die erforderliche Technologie und das fachliche Know-how bis hin zu den erforderlichen Mitteln für die Qualitätskontrolle.

Daher lagern viele (große) Onlineshops den Logistikprozess an E-Fulfillment-Dienstleister aus. Auch wenn dies keine kostengünstige Lösung ist: Für viele Onlinehändler ist es wichtig, dass Sie keine zusätzliche Zeit für Prozesse in der E-Commerce-Logistik investieren müssen.

Sie konzentrieren sich lieber auf Ihr Kerngeschäft und das Wachstum ihres Unternehmens.

Vorteile beim E-Fulfillment

Anders als beim Dropshipping, wo sich die Produkte im Besitz des Lieferanten befinden, ist die Ware beim E-Fulfillment Eigentum des Onlinehändlers.

Daher müssen Sie beim E-Fulfillment in finanzieller Hinsicht mehr investieren als beim Dropshippping.

Sie haben jedoch einen guten Überblick über Ihre Warenbestände und behalten die Kontrolle über den Verkaufsprozess.

Und der vermutlich entscheidenste Vorteil: Da Sie die Waren besitzen, können Sie auch höhere Gewinnspannen erzielen. E-Fulfillment ist also ein lukrativeres Modell!

Nachteile beim E-Fulfillment

E-Fulfillment ist nicht kostengünstig. Daher wird E-Fulfillment auch fast ausschließlich von großen Onlineshops mit großen Warenbeständen und entsprechenden finanziellen Mitteln genutzt.

Darüber hinaus sind Sie beim E-Fulfillment als Onlinehändler selbst für den Kauf Ihrer Waren und Produkte verantwortlich und tragen somit auch die damit verbundenen finanziellen Risiken.

Und zu guter Letzt haben Sie als Onlinehändler beim E-Fulfillment genauso wie beim Dropshipping keine Kontrolle über den Ablauf der Logistikprozesse. Solange die Kunden zufrieden sind und alles rund läuft, ist dies kein Problem.

Ärgerlich wird es jedoch, wenn Ihr Fulfillment-Partner Fehler macht, sich anschließend bei Ihnen die Beschwerden häufen und Sie dadurch Kunden verärgern oder sogar verlieren. Unzufriedene Kunden kehren nicht so schnell, meist sogar gar nicht zu Ihrem Onlineshop zurück.

Österreich: Überblick über eine Lagerhalle in der E-Commerce-Logistik

Verwendung Ihrer eigenen E-Commerce-Logistik

Eine fehlende Kontrolle über die genauen Abläufe und der mangelnde Kundenkontakt können Gründe dafür sein, die Logistik selbst in die Hand zu nehmen. Zudem haben Sie auf diese Weise eine deutlich bessere Gewinnspanne.

Ein echter Nachteil ist jedoch der hohe Zeitaufwand.

Von der Auftragsbearbeitung über den Druck von Versandetiketten bis zur Lieferung der Pakete an den Kunden und natürlich die Retouren ‒ um das alles müssen Sie sich selbst kümmern.

Sie können sich dazu Software zur Unterstützung Ihrer E-Commerce-Logistik anschaffen, damit sind jedoch auch wieder Kosten verbunden.

Vertragsabschluss mit einem Versandpartner

Post, DHL Express, GLS, DPD, FedEx: Versanddienstleister gibt es so viele, dass die Entscheidung für einen geeigneten Versandpartner nicht ganz einfach ist. Die Anbieter überbieten sich gegenseitig mit immer noch besseren, schnelleren oder persönlicheren Versandstrategien.

Dank des starken Wettbewerbs zwischen den Versanddienstleistern können Onlineshops, die sehr viele Pakete versenden, jedoch durchaus wettbewerbsfähige Preise aushandeln.

Versandpartner bieten Onlineshops ab einem bestimmten Versandvolumen oft sehr interessante Preise.

Aber wie man es auch betrachtet: Versandpartner sind ein Faktor, der sich auf Ihre Gewinnspanne auswirkt.

Versand über mehrere Versandpartner?

Man sollte bekanntermaßen nie alles auf ein einziges Pferd setzen. Was geschieht, wenn es etwa bei einem Versandpartner zu Streiks kommt? Wir empfehlen daher, Verträge mit mehreren Versandpartnern abzuschließen.

Die Wahl der jeweiligen Versandpartner für Ihre E-Commerce-Logistik hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend sind folgende Merkmale:

  • Lieferzeiten
  • Kommunikation zur Sendeverfolgung
  • Zustellung auch abends oder am Wochenende
  • Angebot bezüglich Abholstationen
  • Vertriebsnetzwerk im In- und Ausland vorhanden
  • …. und natürlich die Preise des Versandanbieters
Österreich: Transporter mit Paketen in der E-Commerce-Logistik

Verwendung einer automatisierten Versand-Plattform

Mit einer automatisierten Versand-Plattform wie Sendcloud können Sie unkompliziert mit mehreren Versandpartnern zusammenarbeiten. Das garantiert Ihnen einen optimalen Versandprozess.

Zur Optimierung des Versands in Ihrer E-Commerce-Logistik, bieten wir bieten zwei Optionen an:

  • Integration Ihres/Ihrer eigenen Vertriebspartner in unsere Plattform
  • Zusammenarbeit mit bereits von uns angeschlossenen Vertriebspartnern

Wenn Sie mit unseren angeschlossenen Vertriebspartnern zusammenarbeiten, profitieren Sie von den attraktiven Tarifen, die wir ausgehandelt haben, und müssen nicht selbst Vertragsbedingungen mit einem oder mehreren Vertriebspartnern aushandeln. Selbstverständlich können Sie auch Ihren eigenen Vertriebspartner in unser System integrieren.

Die Vor- und Nachteile einer automatisierten Plattform

Jeder Kunde hat andere Bedürfnisse. Die einen holen ihre Bestellung gerne bei einer Abholstation ab, andere bevorzugen eine Lieferung nach Hause oder Lieferungen am Abend oder Samstag.

Der große Vorteil einer automatisierten Plattform besteht darin, dass Sie selbst entscheiden, welche Versandpartner und Versandmethoden am besten zu Ihrem Onlineshop passen.

E-Commerce-Logistik bleibt der wichtigste Wachstumsmotor

Viele große Marktteilnehmer wie Supermarktketten oder Einzelhändler gestalten Ihre Logistikprozesse derzeit neu. Der anspruchsvolle Kunde von heute bestimmt dabei die Spielregeln.

Kunden wollen nicht für den Versand oder für Retouren bezahlen und alles schnellstmöglich geliefert bekommen. Auch ein guter Kundenservice ist dem Kunden von heute enorm wichtig.

Allerdings scheint es so, dass Kunden nun immer öfter bereit sind, Versandkosten zu bezahlen.

Drei Faktoren scheinen gemäß einer Umfrage von Trusted Shops ausschlaggebend zu sein, ob Kunden bereit sind, die in der E-Commerce-Logistik anfallenden Versandkosten zu übernehmen:

  • Ein Kunde möchte ein Produkt unbedingt haben.
  • Der Kaufbetrag beträgt weniger als 25 Euro.
  • Die Versandkosten betragen weniger als 5 Euro.

Zalando erhebt nun in einigen Ländern Versandkosten, und H&M stellt Kunden, die weniger als 20 Euro im Onlineshop ausgeben, Versandkosten in Rechnung.

Auch wenn die Mehrheit der Kunden Wert auf einen kostenlosen Versand legt, so sind es gemäß dieser Umfrage nur 9%, die angeben, nie in einem Onlineshop zu bestellen, der Versandkosten berechnet.

Damit scheint der Weg für Onlineshops langsam frei für die Erhebung von Versandkosten. Denn der moderne Kunde ist nicht nur einfach verwöhnt, sondern auch verständnisvoll. Es scheint durchaus ein Bewusstsein zu entstehen für den großen Aufwand, den Onlineshops betreiben müssen, um sich über Wasser zu halten. Endlich!

Der Verbraucher von heute möchte vor allem Transparenz. Am liebsten bereits vor dem Checkout im Onlineshop. Stellen Sie Ihre Versandkosten oder Kosten für Retouren in Rechnung? Dann informieren Sie Ihre Kunden beim Bestellprozess unbedingt rechtzeitig darüber.

Ein guter und rechtzeitig informierter Kunde ist ein zufriedener Kunde, und auf diese sind Onlineshops bekanntlich angewiesen.

Österreich: Datenanalyse am PC für die E-Commerce-Logistik

Zum Schluss

Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen Klarheit über die vielseitigen Möglichkeiten im Bereich der E-Commerce-Logistik verschafft hat. Bei Fragen zu diesem Artikel können Sie gerne einen Kommentar hinterlassen oder Kontakt mit uns aufnehmen. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Möchten Sie wissen, wie Sendcloud genau funktioniert? Wenden Sie sich an uns und fordern Sie eine unverbindliche Produktdemo an.

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